Vita Birgit Rabisch




Das Foto darf kostenlos verwendet werden



Birgit Rabisch wurde am 9.1.1953 in Hamburg geboren.
Ihr Vater Wilhelm Rabisch war Tischler, ihre Mutter Charlotte Rabisch Sekretärin.
Da beide Eltern berufstätig waren, wuchs sie bis zu ihrem elften Lebensjahr bei ihren Großeltern in Wilster (Schleswig-Holstein) auf.
Nach der Volksschule besuchte sie ein Jahr lang das Auguste-Viktoria-Gymnasium in Itzehoe. 1964 zog sie zusammen mit ihren Großeltern zu ihren Eltern, die mittlerweile ein Haus in dem kleinen Dorf Heist (bei Wedel) gebaut hatten. Von da an besuchte sie das Ludwig-Meyn-Gymnasium in Uetersen, wo sie 1972 ihr Abitur machte.

Nach dem Abitur studierte sie an der Universität Hamburg Soziologie und Germanistik. Sie zog zusammen mit ihrem späteren ersten Ehemann Jan Mauri in eine Wohngemeinschaft. 1976 wurde der Sohn Arne geboren. Die Ehe wurde 1979 geschieden.

Birgit Rabisch engagierte sich in der Studentenbewegung und der Frauenbewegung, war Mitbegründerin der ersten "Müttergruppe" des Hamburger Frauenzentrums, später war sie in der Friedensbewegung aktiv.
Ende der 70er Jahre begann sie Gedichte und Kurzprosa zu schreiben und arbeitete in der Frauenschreibgruppe der "Literaturpost" mit. Dort wurde 1980 ihr erstes Buch veröffentlicht: "Jammerlürik", ein Band, in dem auf der rechten Seite jeweils ein Gedicht von ihr, auf der linken Kommentare dazu aus der Schreibgruppe abgedruckt sind.
Dort lernte sie auch ihren späteren zweiten Ehemann, den Schriftsteller Bernd Hans Martens, kennen, mit dem sie seit 1980 zusammenlebt. 1985 wurde der gemeinsame Sohn Sönke geboren.

Während des Studiums jobbte Birgit Rabisch als Altenpflegerin. Aus der Erfahrung mit vereinsamten, altersverwirrten Menschen heraus schrieb sie einen Kriminalroman, der diese Situation thematisiert: "Bis der Mord sie scheidet ..." (Bund-Verlag) 1990. Ab 1982 war sie als Dozentin für "Deutsch als Fremdsprache" an der Volkshochschule in Hamburg tätig. Daneben widmete sie sich verstärkt dem Schreiben. Ca. 30 Beiträge in Anthologien und Zeitschriften erschienen im Lauf der Jahre.

Nach der Geburt des ersten "Retortenbabys" 1978 beschäftigte sich Birgit Rabisch intensiv mit den Themen Gentechnologie und Reproduktionsmedizin. Daraus entstand ihr Roman "Duplik Jonas 7" (1986 geschrieben, 1992 im Georg Bitter Verlag veröffentlicht, 1996 als dtv pocket plus). Der Roman wurde 1994 mit dem Umweltliteraturpreis NRW ausgezeichnet, ins Französische, Griechische und Spanische übersetzt und liegt mittlerweile in der 12. Auflage vor.
Der 1997 erschienene Jugendroman "Sonjas Logbuch" thematisiert neben der Liebe unter Jugendlichen, Eifersucht und Verantwortung für sein Handeln bzw. Nichthandeln auch die Frage, ob ein Leben "lebenswerter" sein kann als ein anderes.
Der Roman "Möglichkeit der Liebe" (Fischer 1998) wendet sich der Frage zu, ob und wie in "postfeministischen Zeiten" eine Liebe zwischen Mann und Frau noch möglich ist.
In ihrem Roman "Unter Markenmenschen" beschäftigt sich Birgit Rabisch erneut mit den Folgen der Biowissenschaften und stellt eine Gesellschaft dar, in der Menschen wie Markenprodukte im Gen-Design-Labor kreiert werden.

Viele Jahre beschäftigte sich Birgit Rabisch mit der Vergangenheit ihrer Großmutter Rosa Krause, geb. Klapproth, nachdem sie erfahren hatte, dass diese mit dem Organisator der „Schwarzen Reichswehr“ in der Weimarer Republik Paul Schulz verlobt war und ihr Bruder Erich als berüchtigter Fememörder vermeintliche Verräter in dieser nationalistischen Truppe „hinrichtete“. Davon erzählt das Buch "Die Schwarze Rosa".

2002 gab Birgit Rabisch ihre Tätigkeit an der VHS-Hamburg auf, um sich ganz dem Schreiben zu widmen.
Nach einer aufwändigen Recherche verfasste sie ihren umfangreichen Familien-, Wissenschafts- und Emanzipationsroman "Warten auf den Anruf".