| Möglichkeit der Liebe
Roman Fischer Taschenbuchverlag Bd. 13532 Reihe: Die Frau in der Gesellschaft. Frankfurt a.M., 1998 Das Buch ist für 5 Euro nur noch hier zu beziehen: Direktversand |
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Der Roman spannt den Bogen von der Unmöglichkeit zur Möglichkeit der Liebe, von der Ausgrenzung der Erotik zur sinnlichen Entgrenzung. Wir erleben die schwierige Gratwanderung einer Frau zwischen Selbstaufgabe, die in Selbstzerstörung mündet, und Hingabe, ohne die eine Liebesbeziehung verdorrt. Während uns die Frau am Anfang als namenlose Lektorin für Frauenliteratur begegnet, die nach einer qualvoll gescheiterten Liebe nur noch in der Welt zynischer Vernunft lebt, wird aus ihr langsam die Gefühle wieder zulassende Vera. Auf einem Segeltörn begeistert ihr Schulfreund Armin sie für die fremdartige Schönheit des Wattenmeeres, und sie sieht sich der Herausforderung gegenüber, seine geduldig abwartende Liebe zu erwidern.
Liebe ist gleichbedeutend mit sentimentalem Kitsch. So die Haltung von Vera, der Lektorin einer Frauenbuchreihe.
Von einem Manuskript, das die aufopfernde Liebe einer Frau zu ihrem krebskranken Mann beschreibt, ist sie zutiefst
angerührt. Nach dieser Lektüre ist Vera fähig, sich hinzugeben - was sie immer abgelehnt hat...
Am meisten erstaunt die Tatsache, daß dieses ernste, gehaltvolle Bändchen in einer Reihe erschienen ist, die bis dato
belanglose Lustigkeit auf ihre Fahnen geschrieben hat. Über diese Art von Literatur fallen im Buch böse Sätze, die gottlob
nicht wegredigiert wurden.
Birgit Rabisch ist ein gekonntes Ineinanderspiel von Literatur und Realität gelungen. Dabei schlägt sie einen Bogen
über den gesammten Ballast der Frauenbewegung, an deren Ende eine geläuterte Feministin steht. "Möglichkeit der Liebe"
ist ein kluges, poetisches Buch, das sich einer Kategorisierung verweigert und das den Neubeginn einer andersgearteten
Frauenliteratur markieren könnte. Warten wir's ab.
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